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KLAUS LENZ


Klaus Lenz wurde am 22. März 1940 in Berlin geboren. Klaus sollte eigentlich Architekt werden, wurde aber Musiker und kam erst viele Jahre später doch noch zum Berufswunsch der Mutter zu erfüllen, doch dazu später. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr versuchte sich Klaus Lenz an der Trompete. Er studierte das Instrument auf der ABF und später am Konservatorium in Berlin. Seine Karriere als Musiker begann Klaus Lenz in der Eberhard Weise-Combo. Hier begegnete er auch zum ersten Mal Ernst-Ludwig Petrowsky. 1960 spielte Lenz für kurze Zeit beim Tanz- und Schauorchester Max Reichelt, bevor er 1961 seine erste Band, das „Quintett 61“ gründete. Mit dabei waren: Klaus Lenz (tp, ld), Udo Reichel (dr), Peter Baptist (tb), Heinz Schröter (ts), Gerd Lübke (b). Für Peter Baptist, der zur Armee musste, kam Hermann Anders (tb) in die Band. Im April erschien bei Amiga die erste EP (den Begriff gab es damals noch nicht). 1963 stellte Klaus Lenz seiner erste Modern Jazz Big Band zusammen. In dieser Zeit holte Lenz auch einen jungen Pianisten in die Band – Joachim Kühn, der später von einem Auslandskonzert nicht zurückkam und mit seinem Bruder Rolf zusammenspielte, beide wurden Jazz-Legenden. 1965 kam es zur Zusammenarbeit mit Manfred Krug. 1965 wurde ein Konzert der MJBB und Manfred Krug im Berliner Theater der Freundschaft aufgezeichnet und bei Amiga auf zwei LP (850 045 und 850 047) veröffentlicht. Die Band bestand damals aus: Klaus Lenz (ld tp), Ernst Ludwig Petrowski (as ts), Klaus Smesny (as), Heinz Schröter (ts), Jens Glevke (ts), Manfred Schulze (bars), Günter Gocht (tp), Heinz Becker (tp), Bojidar Hristoff (tp), Herbert Rößner (tp), Karl-Heinz Fabian (tb), Ali Schilling (tb), Hubert Katzenbeisser (tb), Peter Baptist (tb), Armin Baptist (p), Ullrich Türkovsky (b), Horst Krüger (b), Günter Sommer (dr), Wolfgang Winkler (dr).

1966 wandte sich Klaus Lenz wieder kleineren Besetzungen zu und arbeitete in Sextett-Besetzung mit Klaus Lenz (tp, ld), Hermann Anders (tb), Reinhard Lakomy (p), Henning Protzmann (b), Günter „Baby“ Sommer (dr). Sommer und Protzmann kamen von der Uve-Schikora-Combo. Als Saxophonist holte sich Lenz den jungen Günther Fischer. Als Henning Protzman zur Armee musste, brachte Lakomy den Bassisten Eugen Hahn in die Band. Henning spielte nach dem Wehrdienst kurz bei den Alexanders und gründete 1971 Panta Rhei und 1975 mit Herbert Dreilich und Ed Swillms die Gruppe Karat. Eugen Hahn blieb nur ein Jahr bei Lenz und war 1968 Gründungsmitglied der Modern Soul Band. Kurze Zeit später verließ Lakomy die Band. Das Piano wurde von Ulrich Gumpert besetzt. Auf der Suche nach einem Gitarre spielenden Sänger wurden Werner Düwelt und Uve Schikora in die Band geholt, letzterer weil Düwelt nicht alleine kommen wollte. Kurze Zeit später verließ Schikora die Band wieder. 1968 gingen Hermann Anders und Werner Düwelt zu Horst Krüger. Im gleichen Jahr spielte das Sextett bei Amiga die Titel „Greensleeves“ und „Bunte Bilder“, eine Günther Fischer-Komposition, ein, die beider auf dem Sampler „Das zündet – Tanzmusik für junge Leute“ (850 133) erschienen. Außerdem wurden zwei Titel von Hartmut König eingespielt. „Schau her“ und „Friedenslied“, gesungen von Reiner Schöne, erschienen auf Single (450 603) und auf dem Sampler „Die Rose war rot“ (850 073). Auf der 1971er Wiederveröffentlichung der Platte wurden beide Songs vom „Oktoberklub“ gesungen, da Schöne kurze Zeit später in den Westen ging (855 073). 1967 folgte eine Single mit zwei Instrumetals heraus (450 631), eingespielt von Klaus Lenz (tp), Hermann Anders (tb), Günther Fischer (sax), Reinhard Lakomy (p), Günter Dobrowolski (g), Gerd Lübke (b), Henry Kotowski (dr). Das Klaus Lenz Sextett nahm 1968 zusammen mit Manfred Krug vier Protestsongs auf, die als Beilage-EP zu einem Buch „Protestsongs“ des Eulenspiegelverlages Berlin, erschien. Eingespielt wurden die Songs von Klaus Lenz (tp, ld,arr), Karlheinz Fabian, Hubert Katzenbeier (tb), Ulrich Gumpert (valve-tb), Günther Fischer (fl, as, cl, ts), Egon Linde (g, el-g), Klaus Hille (el-g), Gerd Lübke (el-b), Klaus Koch (b), Hanjo Pape (bj), Wolfgang „Zicke“ Schneider, Reinhard Miehatsch, Wolfgang Winkler (dr), Manfred Krug (voc, bongos). Auf CD erschienen die vier Stücke auf der „Manfred Krug Anthologie“. 1969 erschien dann die LP „Klaus Lenz für Fenz“ (855 209).

Mitte 1969 gründete Lenz das Orchester Klaus Lenz: Klaus Lenz (tp, ld, arr), Uli Gumpert (p), Uschi Brüning (voc), Sieghard Schubert (tb), Konrad Körner (sax), Gert Lübke (b), Günther Sommer (dr), Hermann Anders (tb), Günther Dobrowolski (g). 1970 gab es Streit über ein Tournee-Projekt mit Manfred Krug. Einige Musiker verließen Lenz und grüdeten die Gruppe SOK. Klaus Lenz formierte seine Band neu und gab jungen Musikern eine Chance. 1971 spielte Lenz mit Sieghard Schubert (tb), Uschi Brüning (voc), Mario Peter (org, p), Dieter Pampel (g), Jörg Dobersch (e-b), Frank Endrik Moll (dr), Rudolf Ulbricht (sax). Diese Besetzung spielte 1971 einige Konzerte unter dem Namen „Uschi Brüning, Manfred Krug Klaus Lenz-Band im Konzert“. Das Konzert im Hygienemuseum Dresden wurde vom Rundfunk der DDR mitgeschnitten und ist bis heute (außer vereinzelte Songs) unveröffentlicht. 1973 kam es schließlich zur Fusion der Klaus Lenz Band mit der Modern Soul Band. Es folgten viele Konzerte der „Klaus Lenz Modern Soul Big Band“ und der Rundfunk der DDR schnitt wiederum in Dresdener Hygienemuseum mit und Amiga brachte einige Titel auf einer LP heraus (855 380). Mit dabei waren: Klaus Lenz (tp, ld), Claus-Dieter Knispel (tp), Joachim Graswurm (tp, fl-h), Sieghard Schubert, Conni Bauer (tb), Hugo Laartz, (valve-tb), Rainer Gäbler, (as), Caspar Hansmann (ts), Axel Glenn Müller (ts), Axel Grotke (bars, fl), Mario Peters (org, p), Eberhard Klunker (g), Jörg Dobersch, Eugen Hahn (b), Karl-Jürgen Rath (dr), Uschi Brüning und Klaus Nowodworski (voc). Im Jahr 1974 wurde die Band für einige Konzerte neu formiert. Mit dabei damals: Sieghard Schubert (tb), Jochen Gleichmann (tp), Axel Glenn Müller (as), Jörg Dobersch (b), Dieter Ehrhardt (dr), Claus-Dieter Knispel (tp), Helmut Forsthoff, Axel Gothe (sax),Mario Peters (p), Hermann Anders (tb), Klaus Lenz (tp, ld), Christiane Ufholz, Klaus Nowodworski (voc).

1974 folgte die Klaus Lenz Band einer Einladung zur „Jazz-Jambouree“ nach Warschau. Am 25.Oktober 1974 trat die „Klaus Lenz Big Band und Uschi Brüning“ auf. Zwei Titel des Auftrittes, „Sysiphos“ und „Dancers“ kamen auf einen Jazz-Jambouree-Sampler von Muza (SXL 1180). Im gleichen Jahr erschien bei Muza in Polen eine LP (Muza SX 1348). Mit dabei waren neben der kompletten Band Wolfgang Schneider (dr) und Fred Baumert (g), beide „Leihgaben“ des Günther Fischer-Quintett und der junge Violinist Dietrich Petzold.

1975 erschien bei Amiga ein Mitschnitt eines Konzertes vom 10.November 1974 aus dem Dresdener Hygienemuseum (855 433). Eingespielt wurde die LP von: Klaus Lenz (tp, fl-h, ld), Claus-Dieter Knispel (tp, fl-h), Jochen Gleichmann (tp, fl-h, harmonika, perc), Joachim Graswurm (tp, fl-h), Hermann Anders (tb), Sieghart Schubert (tb), Gerhard Lau (bass-tb), Axel Glenn Müller (ss, as, bass-cl, fl), Ernst-Ludwig Petrowsky (as,ss), Helmut Forsthoff (ts, fl), Rainer Gäbler (bars, fl), Dietrich Petzold (v), Ulrich Gumpert (el-p, org), Fred Baumert (g), Jörg Dobersch (b), Wolfgang Schneider (dr). Anfang 1975 gab es einige Umbesetzungen und Ende des Jahres ging es ins Studio, eingespielt wurde die LP „Aufbruch“ (855 509): Klaus Lenz (tp, ld), Axel Glenn Müller, Helmut Forsthoff (sax), Claus-Dieter Knispel, Signor Rothbart (tp), Jörg Dobersch (b), Kaspar Hansmann (fl bs), Max Pflugbeil (tp), Bernd Swoboda (tb), Manfred Nytsch (tb), Wolfgang Fiedler (e-p org), Jürgen Heinrich (g), Dieter Erhard (dr). Mitte 1976 wurde die Klaus Lenz Modern Soul Band neu formiert. Für Conny Bauer kam sein Bruder Hannes Bauer (tb) und Bernd Swoboda (tb), an den Keyboards saßen Fiedler und Christian Pittius und am Schlagzeug Detlef Kessler. Das abschließende DT64-Konzert im Palast der Republik, Berlin wurde wieder vom Rundfunk der DDR mitgeschnitten. Die Aufnahmen befanden sich im Besitz von Klaus Lenz, der sie 2001 Werner Sellhorn überließ. Nachbearbeitet hat das Konzert Reinhard Lakomy. 1977 etablierte sich in der DDR auf Initiative von Klaus Lenz mit der „Jazzbühne Berlin“ die wichtigste Konzertreihe für den DDR-Jazz für die folgenden Jahre. Klaus Lenz wurde „Grenzgänger“, er pendelte zwischen Ost- und West-Berlin. Auf diese Weise kam auch das Band der letzten Aufnahmen der Klaus Lenz-Band in den westen, wo es unter dem Namen „Wiegenlied“ bei Vinyl-Records erschien. 1978 blieb Lenz in West-Berlin und siedelte später ins Rheinland um.   

Am 29./30. Oktober 1978 spielte Lenz die LP "Fusion" mit der Klaus Lenz Jazz & Rock Machine in den Tonkooperative Studios Hannover ein. Mit dabei waren Zbigniew Namyslowski (as ss ), Friedemann Graef ( ts ), Klaus Lenz (ld tp ), Bernhard Mergner ( tp ), Eddy Hayes ( flügelhorn ), Paul Gebauer (tb), Thomas Wiedermann (tb), Johannes Rohloff (fender-p, p, mini-moog), Ralph Blaha (g), Hans Hartmann (b) und Detlef Kessler (dr). 1980 erschien die letzte LP der Klaus Lenz Jazz & Rock Machine "Sleepless Nights" bei GeeBeeDee Records. Mit dabei waren Klaus Lenz (ld tp, flh), Charles Green (tp, flh), Bertl"Harisharan"Strandberg (tb), Meinolf Humpert (tb), Zbigniew Namyslowski (as, ss), Norbert Stein (ts, ss), Mike Herting (fender-p, acc-p, syn), Stefan Dietz (g), Jochen Schmidt (b), Stefan Krämer (dr).

Hermann Anders schließlich hat Klaus Lenz doch überreden können, nochmals auf die Bühne zurückzukehren. Die ersten Konzerte sind absolviert. Die Besetzung 2010: Uschi Brüning (voc), Hugo Read (as, fl), Ernst-Ludwig Petrowsky (as), Konrad Körner (ts), Helmut Forsthoff (ts), Karola Elßner (bs), Ralf Zickerick (tb), Stefan Bohm (tb), Hermann Anders (tb, comp, arr), Conny Bauer (tb), Lev Shpigel (tp), Ferry Grott (tp, fh), Gregor Groß (tp, fh), Jens Winther (tp, fh), Wolfgang Fiedler (key), Jarek Smietana (g), Peter Inagawa (bg), Tobias Backhaus (dr), Hans Klemm (voc) und natürlich Klaus Lenz (fh, comp, arr, leader)

 Ich persönlich freue mich auf das Konzert am 22.10.2010 in Altenburg! Hermann Anders hat die Geschichte seines Freundes Klaus Lenz erzählt und das Büchlein ist 2010 im Verlag NEUNPLUS1 erschienen, was mir bei der Chronologie auch sehr geholfen hat.


Diskographie: (Singles)

Amiga 550 189: Quintett 61:  Minority, 2:42, Gigi Gryce, (Titel auch auf der LP "Modern Jazz Studio Nr.1" und der CD 4 der Serie "Jazz in Deutschland"),  Valse Fantstique, 3:05, Peter Baptist, (Titel auch auf der LP "Modern Jazz Studio Nr.2"), Worksong, 2:32, Charlie Mingus, (Titel auch auf der LP "Modern Jazz Studio Nr.1"), Der Blues ist der König, 2:10, Klaus Lenz, (Titel auch auf der LP "Modern Jazz Studio Nr. 1" und der CD 4 der Serie "Jazz in Deutschland"), eingespielt am 03.04.1963


Amiga 450 603: Klaus Lenz Sextett: Schau her, 2:39, Hartmut König, -  Friedenslied, 3:05, Hartmut König, Reiner Schöne (voc), 1966

Amiga 450 605: Klaus Lenz Sextett: Hava Nagila, 2:42, Trad., B-Seite

Amiga 450 631: Klaus Lenz Sextett:  Verzeih, weil ich es bereu’, 2:00, Clemens Kerber, Zigeunerballade, 3:08, Swiecicki , 1967, eingespielt von Klaus Lenz (tp), Hermann Anders (tb), Günther Fischer (sax), Reinhard Lakomy (p), Günter Dobrowolski (g), Gerd Lübke (b), Henry Kotowski (dr)

Amiga 450 643: Klaus Lenz Sextett: Wenn du traurig bist, 2:37, Henry Kotowski, (auch auf CD "Die frühen Jahre-Manfred Krug"), Jeder Tag mit dir, 2:14, Henry Kotowski, (auch auf CD "Die frühen Jahre-Manfred Krug"), 1967, eingespielt von Klaus Lenz (tp), Hermann Anders (tb), Günther Fischer (sax), Reinhard Lakomy (p), Günter Dobrowolski (g), Gerd Lübke (b), Henry Kotowski (dr)


Diskographie: (LP)

Modern Jazz Big Band 65 :  Amiga 850 054 Seite1: Ein Nachmittag in Berlin, 12:45, Klaus Lenz, Kleines Lied für Eric, 4:12, Klaus Lenz, (auch auf CD/LP "Formation 60 - Modern Jazz From Eastern Germany"),  Serenade Mysterioso, 4:09, Hubert Katzenbeier, Seite2:  Watermelonman, 6:55, Herbie Hancock, Peace, 9:47, Horace Silver, Night In Tunesia, 6:48, Dizzy Gillespie - rec. live am 22.01.1965, Theater der Freundschaft Berlin , 1965

 

Karlheinz Drechsel schrieb 1965 im Covertext: „Seit 1963 existiert in der DDR jeweils für 14 Tage im Januar die von dem Trompeter und Arrangeur Klaus Lenz geleitete MODERN JAZZ BIG BAND. Es hadelt sich hierbei um ein in vielfacher Hinsicht als Experiment zu bezeichnendes Unternehmen. In künstlerischer Beziehungwird der Versuch unternommen, die vielfachen Erscheinungsformen des modernen Combo-Jazz – speziell die auf dem „bop“ fußenden Strömungen – auf die Big Band zu übertragen, wobei vor allem die urwüchsige Kraft und Vitalität des „schwarzen“ Jazz die Richtung bestimmt. Andererseits zeigt sich das Experimentelle auch im organisatorischen Aufbau des Orchesters sowie in seiner personellen Zusammensetzung. In monatelanger Vorbereitungsarbeit schreibt Klaus Lenz den Hauptanteil der Arrangements, „wirbt“ er um Musiker, denen die Idee der Big Band wichtiger als das Geldverdienen ist, bemüht er sich um Auftrittsmöglichkeiten für die Band. Wenn dann – meist nur nach wenigen Probetagen – 19 Musiker aus rund 10 Orchestern und Combos vereint sind und den begeisterten Applaus des Publikums empfangen, weiß im Grunde genommen nur der Beteiligte selbst, welch ungeheure Energie, wie viel Idealismus, welche Liebe zur Mudik und wie viel Selbstlosigkeit jedes einzelnen in der MODERN JAZZ BIG BAND enthalten sind. Ihrem spiritus rector Klaus Lenz, der mit der Big Band eine seit Jahren gehegte Idee in die Tat umsetzte, gebühren Dank und Anerkennung in besonderm Maße. Heute, nachdem im Januar 1964 das Experiment zum zweiten Male erfolgreich verlaufen ist und nunmehr bereits die „MJBB 65“ über die Bühne ging, muß man das besonders betonen. Geblieben ist die organisatorische Struktur der Band. Gewachsen ist, uns das ist ebenso erfreulich wie bedeutsam, ihr künstlerisch-qualitativer Gehalt, was sich vor allem im Spielniveau, in den Arrangements, im Bemühen um eigene Wege und in der Zunahme des Anteils eigener Kompositionen ausdrückt. Das Arrangement bestimmt stets das Profil einer Big Band, speziell im modernen Jazz, der das Mithören und Mitdenken des Publikums erfordert und an die Stelle des Tanzparketts das Konzertpodium treten lässt. Auch die vielschichtigen Arrangements drr „MJBB 65“ zwingen zum intensiven Zuhören; es gibt keinen „Leerlauf“, keine „toten“ Stellen, es folgt Überraschung auf Überraschung. Gestochene Blechsätze (Günter Gocht führt den Trompetensatz), ein glänzend abgestimmter Saxophonsatz, eine kompakt swingende Rhythmusgruppe, deren Schlagzeuger Wolgang Winkler besondere Erwähnung verdient, erstklassige Chorus-Solisten und musikalische Vielseitigkeit beherrschen das Geschehen. Mit „Ein Nachmittag in Berlin“ offeriert Klaus Lenz einen ursprünglich für ein Sextett geschrieben Jazz-Walzer, dessen harmonisch-melodischer Aufbau an die Mentalität der skandinavischen Folklore erinnert. Die pyramidenartig angelegten Steigerungen im Chorusablauf finden in der abschließenden Kollektivimprovisation der drei Solisten – Klaus Lenz, Ernst-Ludwig Petrowsky (Tenorsaxophon!), Hubert Katzenbeisser – ihren Höhepunkt. Großartig, wie das Arrangement dem Aufbau der Chorusse Rechnung trägt und die Solisten offensichtlich inspiriert. Sein „Kleines Lied für Eric“ widmete Klaus Lenz dem allzu jung verstorbenen farbigen Altsaxophonisten/Flötisten Eric Dolpjy. Interessante Instrumentalgruppierungenund die Verwendung des Bossa-Nova-Rhythmus geben der eingängigen Melodie ihre besonderen Merkmale. Für die Soli sorgen wiederum Lenz, Petrowsky und Katzenbeisser. Mit der „Serenade Mysterioso“ lernen wir zwar einen für die MJBB 65 relativ untypischen, andererseits jedoch ihren wohl reizvollsten Beitrag kennen. Melodischer Einfall und Vielschichtigkeit des an Klangfarben reichen Arrangements sind bestechend. Der sonorhomogene Klang des Saxophonsatzes basiert auf dem vor rund zwanzig Jahren von Jimmy Guiffre entwickelten „Four Brothers Sound“ (enggesetzter Vierklang aus drei Tenorsaxophonen und einem Baritonsaxophon). Die Verwendung der elektrisch verstärkten Baßgitarre (Horst Krüger) als zusätzliche Bassstimme gibt einen interessanten Effekt. Die B-Seite beginnt mit dem rhythmisch exponierten „Watermelonman“, der populärsten Komposition von Herbie Hancock. Kraftvolle Bläsersätze, harte Schlagzeugarbeit, ein „schwarzer“ Tenor-Chorus von Heinz Schröter, sich steigernde Trompeten-Attacken von Klaus Lenz und die volltönende melodisch-rhythmische Baßführung durch die abermals zusätzlich verwendete Baßgitarre geben der Komposition ein ihr adäquates Big-Band-Gepräge. Mit der ausdrucksstarken Balladen-Komposition „Peace“ bringt Horace Silver seine Empfindungen, die sich bei ihm mit dem Begriff „Frieden“ verbinden, zum Ausdruck. Klaus Lenz gelang es bewundernswert, die lyrische Grundstimmung der Komposition in seinem Arrangement einzufangen, wobei die Meisterung des für eine Big Band recht komplizierten Tempos die Qualitäten des Orchesters unterstreicht. Ernst-Ludwig Petrowsky (er leitet ebenfalls ein eigenes Sextett) und Klaus Lenz demonstrieren darüber hinaus ihr Können als Chorus-Gestalter von Balladen-Themen – der für einen Jazzmusiker schwierigsten Aufgabe. Speziell mit seinem „Peace“-Chorus unterstreicht Ernst-Ludwig Petrowsky die führende Position, die er heute als Altsaxophonist im Jazz der DDR einnimmt. Das zeigt sich auch im letzten Beitrag, dem vehemmten Dizzy Gillespie-Welterfolg „Night In Tunesia“. Hier brilliert Ernst-Ludwig Petrowsky aufs neue a la „Connonball“, und seinen „Einstieg“ mit dem er quasi den Auftakt zum Chorus von Klaus Lenz gibt, möchte man wieder und wieder anhören. Klaus Lenz verrät als Trompeter abermals die Gillespie-Schule, wie auch sein arrangement die Vorliebe für diesen Großen des Jazz bezeugt. Noch einmal kommen jazzige Urwüchsigkeit, Kaft, Elan und Swing der MJBB 65 zu voller Entfaltung, bis Klaus Lenz die Schlussphase mit dem Frage- und Antwortspiel zwischen ihm und seinen beiden hervorragenden Schlagzeugern allein besreitet. Drei wuchtig-orchestrale „Paukenschläge“ beenden schließlich das für das Jazzmusizieren in der DDR wesentlichste Ereignis im Jahre 1965. Die Begeisterung des Publikums umfasst Dank und Anerkennung für die „Moder Jazz Big Band 65“ und ihren unermüdlichen Leiter Klaus Lenz“.    


Manfred Krug und die Modern Jazz Big Band 65: Amiga 850 057


Klaus Lenz für Fenz: Amiga 855 209 Seite1: Glückliches Mädchen, 2:55, Klaus Richter, Weselmy Sie, 3:33, Folklore, Warum willst du denn anders sein, 2:38, Schneider / Gumpert, Tornado, 2:24, Günther Fischer, Es steht ein Haus in New Orleans, 4:37, trad, Zottos, 3:20, Jochen Gleichmann, Seite2: Sei so dass ich dich lieben kann, 3:17, Schneider / Biebl, Grashalme, 3:20, Ulrich Gumpert, Goldocker, 2:27, Günther Fischer, Lachen oder Weinen, 3:05, Schneider / Fischer, Nanette, 3:22, Horst Krüger, Pimo, 2:34, Klaus Lenz, April 1970

 


Klaus Lenz Band &Uschi Brüning, Manfred Krug: das komplette Konzert wurde mitgeschnitten und befindet sich im Archiv der BMG/Amiga, nur die fett gedruckten Titel sind bisher veröffentlicht (Info aus dem Buch "Jazz-DDR-Fakten" von Werner "Josh" Sellhorn, Berlin 2005, Neunplus1, ISBN 3-936033-19-6)

Titelfolge: Sorcery, Keith Jarrett, Hi-De-Ho, 5:04, G.Goffin, C.King, veröffentlicht auf 2CD "Manfred Krug-Anthologie", Something, George Harrison, Lucretia McEvil, 4:25, David Clayton-Thomas, veröffentlicht auf 2CD "Manfred Krug-Anthologie", Neubeginn, Sieghart Schubert, Higher, Sylvester Stewart, Sometimes In Winter, Steve Katz, My Song (You Told Me), D.J. Mattis, J.L. Alexander, Take Me Down Little Moses, Charles Lloyd, Sombrero Sam, Charles Lloyd, Moritz I., Sieghart Schubert, Heute Abend geht ein Boot nach New York, George Gershwin, Du Bose Heyward, Ira Gershwin, Manfred's Blues (You Want To Leave Me, Honey), 5:04, Manfred Krug, Walter Kaufmann, in gekürzter Fassung auf 2CD "Manfred Krug-Anthologie", 33/8 Tanz, Ellis, Can't Explain, Günther Fischer, Etta Cameron, I Never Loved A Man (The Way I Love You), 3:33, Ronny Shannon, veröffentlicht auf CD "Uschi Brüning - Dein Name", Son Of A Preacher Man, 3:37, John Hurley, Ronnie Wilkins, veröffentlicht auf CD "Uschi Brüning - Dein Name", God Bless The Child, Billie Holiday, Arthur Herzog, Let It Be, 3:21, Lennon, McCartney, veröffentlicht auf 2CD "Manfred Krug-Anthologie", aufgenommen im März 1971 im Hygiene-Museum Dresden, eingespielt von Klaus Lenz (tp), Sieghart Schubert (tb), Friedhelm Schönfeld als Gast (as, fl), Rudolf Ulbricht (ts, fl), Mario Peters (org, p), Dieter Pampel (g), Jörg Dobersch (bass-g), Endrik Moll (dr), Uschi Brüning (voc), Manfred Krug (voc) 


Klaus Lenz - Modern Soul Big Band: Amiga 855 380 Seite1: Soul Five, 15:00, Conrad Bauer, Reverend Lee, 4:47, McDaniel, Seite2: Reminiszenz an D.E., 7:49, Klaus Lenz, Song Of An Impatiencer, 5:07, Nowodworski / Glenn-Müller, Fusion, 6:44, Klaus Lenz,  1974

Werner Sellhorn schrieb 1974 den Covertext: „Als sich im Frühjahr 1973 zwei der führenden Bands des populären Jazz Jazz in der DDR für eine mehrmonatige Konzerttournee zeitweilig zu einer Big Bandvereinigten – die Klaus Lenz Band mit der Sängerin Uschi Brüning und die Modern Soul-Band Berlin unter der Leitung von Gerhard „Hugo“ Laartz mit dem Sänger Klaus Nowodworski -, war es genau zehn Jahre her, seit Klaus Lenz mit seiner „Modern Jazz Big Band“ auf Tournee ging und damit Publikum und Fachwelt aufhorchen ließ. In den folgenden Jahren hatte er dieses Experiment wiederholt, so dass seine Konzert-Big Bands jeweils nur für einen Zeitraum von wenigen Wochen zusammengestellt, einige Jahre lang zu einer regelmäßigen Einrichtung wurden. Die Mitschnitte eines Konzertes der „Modern Jazz Big Band 65“ mit dem Gesangssolisten Manfred Krug, veröffentlicht auf den Amiga-Platten 850 054 und 850 057, vermitteln noch heute einen Eindruck vom hohen Leistungsstand dieser Klangkörper. Klaus Lenz’ Interesse an großorchestralen Besetzungen zeigte sich auch darin, dass er 1968 eine ständige Big Band gründete, mit der er ein ganzes Jahr musizierte. Während er seine Konzert-Big-Bands der sechziger Jahre vorwiegend aus Spitzenmusikern verschiedener Gruppen und Orchester zusammenstellte, um in harter Arbeit kurzfristig aus ihnen ein homogenes Ensemble zu formen, wählte er 1973 einen anderen Weg, indem er Musiker zweier kompletter Bands zu einem großen Orchester vereinigte, wozu sich als Gastsolist noch Joachim Graswurm vom Rundfunk-Tanzorchester Berlin gesellte. Die Kombination von Vitalität der beim jugendlichen Publikum sehr beliebten Modern-Soul-Band mit musikalischer Präzision der nicht nur von Kennern geachteten Klaus Lenz-Band war interessant. Obwohl eine sehr anspruchsvolle Musik geboten wurde, kann man von einem großen Erfolg der Tour sprechen. Der Versuch, neue Wege in der DDR-Big-Band-Musik zu gehen, war das Anliegen der Musiker. Gerade eine Big Band eröffnet einen wesentlich größeren Raum für die Verwendung vielfältiger Rhythmus- und Klangfarben. Die Möglichkeit, musikalisch eigene Gefühle, Gedanken und Haltungen auszudrücken, wurde von allen Beteiligten voll genutzt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass fast alle Kompositionen und arrangements von den Mitgliedern der Big Band geschrieben wurden. Conrad Bauers „Soul Five“, eine gelungene Synthese von Jazz und populärer Musik, integriert die Erfahrungen des jahrelangen Spielens von Soulmusik – einer Musik, die als Ausdruck eines neuen, gewachsenen Selbsbewußtseins der schwarzen Amerikaner entstand. Die „Reminiszenz an D.E.“ mit excellenten Soli von Joachim Graswurm und „Mäckie“ Gäbler, hat Klaus Lenz dem Musiker Don Ellis gewidmet, einem der wesentlichen Vertreter der modernen Jazz-Big-Band-Musik. „Fusion“, speziell für das vereinigte Ensemble komponiert, zeigt den Komponisten und Trompeter Klaus Lenz von einer anderen Seite, als ihn die meisten kennen: nicht mit hastigen, nervösen Melodiephrasierungen, sondern lyrisch und verhalten, wodurch der Titel eine beeindruckende Schönheit gewinnt. Uschi Brüning und Klaus Nowordworski, die beiden Vokalisten des Programms, arbeiten zum ersten Mal mit einer Big Band. Nicht nur, dass sie die Konzerte durch ihren Gesang musikalisch bereicherten, auch an ihre Interpretationen wurden in diesem Rahmen neue Anforderungen gestellt. Auf der Schallplatte sind beide mit je einem Stück vertreten: Uschi Brüning mit einer überzeugenden Version von Roberta Flacks Welterfolg „Reverend Lee“, der Geschichte von dem Prediger, der nur die himmlische Liebe kannte und dann auch zur irdischen Liebe findet; Klaus Nowodworski mit Axel-Glenn Müllers „Song Of An Impatiencer“, zu dem er sich selbst einen Text schrieb, der von einem jungen Mann berichtet, der durch seine Ungeduld eine mögliche Liebe zerstört. Insgesamt ist die Schallplatte ein wichtiges Dokument für den Entwicklungsstand des populären Jazz in unserer Republik, an dem gerade der spiritus rector des Unternehmens, Klaus Lenz, maßgeblichen Anteil hat.“


Klaus Lenz Big Band: Muza SX 1348, Seite1: It Is Than That You Love Most, 7:15, Lenz / Kaufmann, Man Without A Girl, 3:40, Laartz / Nowodworski, I Got To Find My Way, 6:25, Peters / Brüning, Seite2: Permutation, 11:10, Axel Glenn Müller, Do Right Daddys Can' t Help You, 8:00, Laartz / Nowodworski, 1974


Klaus Lenz Big Band: Amiga 855 433 Seite1: Satrapen, 10:20, Klaus Lenz, Down Goes The River, 4:06, Pablo Neruda / Klaus Lenz, Freedom Train, 6:22, Langston Hughes / Klaus Lenz, Seite2: Loneliness Can't Be Our Best Friend, 6:10, Nowodworski / Laartz, Sisyphos, 7:22, Hermann Anders,  Dancers, 6:18, Langstone Hughes / Hermann Anders  1975

Werner Sellhorn 1975 im Covertext: “Zum Orchester gehörten neben den Musikern des Klaus Lenz-Kreises der Stamm der Sieghart Schubert-Formation und – soweit ihre eigenen Terminkalender es zuließen – Solisten aus verschieden Ensembles unserer Republik. Neben Klaus Nowodworski war als neue Vokalisten Christiane Ufholz (früher Gruppe „Lift“) dabei; Uschi Brüningwirkte aus alter Verbundenheit in einigen Konzerten als Gastsolistin mit. Unsere Schallplatte enthält eine Auswahl interessanter Titel des Lenz-Konzertes in Dresden. Zwei Stücke stammen aus der Bühnenmusik zu Pablo Nerudas „Glanz und Tod des Joaquin Murieta“: „Down Goes The River“ – in der Interpretation von Christiane Ufholz – und „Satrapen“. „Satrapen“ entstand in der Zusammenarbeit von Klaus Lenz mit dem jungen chilenischen Komponisten Patricio Castillo. Das Motiv zeigt Einflüsse indianischer und nordchilenischer Folklore und war ursprünglich für nur eine Bambusflöte komponiert; die Orchesterfassung durch Klaus Lenz verwandte man als Foyermusik, über die das letzte Gedicht Nerudas „Satrapen“, gesprochen wurde. Im Konzert gab dieser Titel Ernst-Ludwig Petrowsky und Joachim Graswurm Gelegenheit zu glanzvollen Soli. In zwei Titeln des Programms wurden Gedichte des schwarzen amerikanischen Dichters Langston Hughes vertont. In „Freedom Train“ (Freiheits-Zug), komponiert von Klaus Lenz und gesungen von Christiane Ufholz und Klaus Nowodworski, kommt die jahrhundertealte Sehnsucht der Afro-Amerikaner nach wirklicher Freiheit und Gleichberechtigung zum Ausdruck. Sein Gedicht „Dancers“ (Tanzende), in der Vertonung durch Hermann Anders interpretiert von Uschi Brüning, lautet in der deutschen Übertragung durch Eva Hesse: „Stehlen der Nacht ein paar fiebernde Stundender Freude / Stehlen dem Tod ein paar fiebernde Tage des Lebens“. Hermann Anders ist auch der Komponist des Instrumentaltitels „Sisyphos“ mit Chorusen von Tenorsaxophon (Helmut Forsthoff) und Gitarre (Fred Baumert). Beide Anders-Titel erklangen neben anderen Programmstücken der Lenz-Big-Band auch bei der  Jazz Jambouree 1974 in Warschau, wo das Orchester trotz starker internationaler Präsenz des Festivals viel Beiffall erhielt. Der Leiter der Modern-Soul-Band Gerhard Laartz komponierte für Klaus Nowodworski „Loneliness Can’t Be Our Best Friend“. Für diesen sehr schönen langsamen Titel schrieb sich der Sänger selbst den englischen Text. Ulrich Gumpert, nach vielen Jahren wieder einmal mit Klaus Lnz zusammenspielend, ist der Solist am Elektropiano“.


Aufbruch: Amiga 855 509 Seite1: Blow Out, 4:56, Axel Glenn-Müller,  Balkantanz, 7:00, Klaus Lenz,  Aufbruch, 7:50, Axel Glenn-Müller, Seite2: Hallo Igor, 12:25, Klaus Lenz, Ballade für zwei, 5:25, Glenn-Müller / Fiedler, 1976)

Werner Sellhorn schrieb 1976 im Covertext: „„Die Big Bands von Klaus Lenz haben Tradition. Die diesjährige, die er länger zusammenhalten will als seine Orchester bisher, zeigt freilich eine besondere Note. In ihr spielt nicht mehr die Prominenz, sondern Jazzer, die die nächste Generation nach dem 35jährigen Bandleader verkörpern, der sich schon immer um den Nachwuchs gekümmert hat, aber noch nie in solchem Maß.“ Das schrieb nach einem Konzert im November  1975 die Dresdner Zeitung „Union“ unter der Überschrift „Lenz und die nächste Generation“. Seine neueste Big Band hat Lenz im Spätsommer 1975 gegründet, und man muß ihm bestätigen, daß er mit sicherem Gespür die richtigen Leute fand. Hervorgehoben seien hier nur seine Kollegen im perfekten Trompetensatz Max Pflugbeil (ein hervorragender 1. Trompeter!). Klaus-Dieter Knispel und Signor Rotbarth, der Posaunist Bernd Swoboda, der ausgezeichnete junge Keyboard-Spieler Wolfgang Fiedler, der Schlagzeuger Dieter Ehrhardt, der sich mittlerweile zum begabtesten Nachwuchs-Big-Band-Trommler bei uns entwickelt hat, und der Saxophonist Axel-Glenn Müller, der als wichtigste „Lenz-Entdeckung“ der letzten Jahre dieser Platte (neben Lenz) auch als Komponist und Arrangeur seinen Stempel aufdrückt. Als „Gäste“ kann man in dieser Besetzung nur die Saxophonisten Rainer Gäbler und Helmut Forsthoff bezeichnen, die zeitweilig mit Lenz arbeiten. In seiner nun schon über anderthalb Jahrzehnte reichenden Tätigkeit als Leiter eigener Gruppen und Bands hat Klaus Lenz viele Sängerinnen und Sänger begleitet, unter andern Etta Cameron, Uschi Brüning, Christiane Uffholz, Manfred Krug und Klaus Nowodworski. Sein Hauptaugenmerk galt und gilt jedoch der modernen Big-Band-Musik schlechthin. Mit dieser Langspielplatte erfüllt sich sein Wunsch nach Veröffentlichung einer Zusammenstellung von reinen Instrumentaltiteln, die das Niveau des populären Jazz in unserer Republik entscheidend mitbestimmen. „Blow Out“ ist ein typisches Beispiel zeitgenössischer großorchestraler Musik. Für einen modernen Sound sorgt – wie auch in den anderen Titeln – eine aufwendige Elektronik, die neben herkömmlichen Instrumentarium eingesetzt wird. Rhythmisch wird das Thema in unterschiedlichen Taktarten vorgestellt. Komponist Axel-Glenn Müller glänzt in einem großen Solo auf dem Altsaxophon. „Balkantanz“ verwendet Rhythmen der bulgarischen Folklore, wie sie zuerst erfolgreich von Don Ellis in den Jazz übernommen wurde. Klaus Lenz hat bereits früher Titel dieser Art geschrieben (vgl. „Reminiszenz an D.E.“ auf der LP „Klaus Lenz Modern Soul Big Band, Amiga 855 380); hier hören wir als Solisten  den Posaunisten Bernd Swoboda, der früher zu Beat-Ensembles (zum Beispiel Gruppe „WIR“ – ostbeat) gehörte und nun zum ersten Mal jazzige Chorusse bläst, und Signor Rotbarth, einen hoffnungsvollen Nachwuchstrompeter, mit einem Flügelhornsolo im 9/4-Takt. „Aufbruch“ gab der Platte ihren Namen; das Thema dieser gelungenen Komposition wird unisono von Sopransaxophon (Axel-Glenn Müller) und Tenorsaxophon (Helmut Forsthoff) vorgestellt und verarbeitet Elemente der arabischen Folklore. Müller verwendet in seinem Chorus das Sopransaxophon mit Oktavverdoppler. Nach Überleitungstutti steigert sich die Big Band zum imposanten Schlußeffekt, wobei mit dem Synthesizer parallel dazu eine atonale Nebenmelodie gespielt wird, der außerdem am Schluß (wie am Anfang) die Vision von Windgeräuschen zaubert. „Hallo Igor“ gehörte schon Ende der sechziger Jahre zum Repertoire der damaligen Klaus Lenz-Band. Es ist nicht nur das längste Werk auf dieser Platte, sondern auch die komplizierteste Komposition und das raffinierteste Arrangement. Lenz schrieb den Titel als Reminiszenz an Igor Strawinski, wobei er schich an dessen Melodik und Harmonik anlehnte. Nach der Vorstellung des Motivs durch die Orgel spielen Flöte und Bassklarinette über einer ostinaten Baßfigur ein atonales Thema im 5/4-Takt. In Wolfgang Fiedlers Orgelsolo erscheint wieder das Grundmotiv, dass durch die Bläser verdichtet wird und zum interessanten Schlagzeugsolo von Dieter Erhardt überleitet. Erneut erklingt das Motiv in verschiedenen Stufen und führt zu einem brillanten Tutti, dass seinen Höhepunkt in vier gewaltigen Unisononoten findet und mit einem Gongschlag endet. Das Ganze wird schließlich durch einen langsamen Teil aufgelöst. Über einer ostinaten Baßfigur erklingt eine atonale Reihe, die sich immer mehr verdichtet und zu einem crescendoartigen Unisono-Finale steigert. Über all dem strahlt das sehr bluesig geblasene Tenorsaxophon von Helmut Forsthoff. Mit einer sparsamen Wiederholung de4s Anfangthemas  durch die Orgel klingt der Titel aus, in dem – und das ist ungewöhnlich bei Klaus Lenz – auch einige Takte Free Jazz vorkommen. „Ballade für zwei“, ein langsames, getragenes Stück, zeigt die lyrische Gestaltungskraft von Axel-Glenn Müller (Altsaxophon) und Wolfgang Fiedler (Elektropiano). Hier wird deutlich, dass die Balladenform auch und gerade im heutigen Jazz nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Der Titel wurde mit Absicht an den Schluß der Platte gestellt, die damit in Ruhe ausklingt“.                  

Die LP erschien 1978 auch bei Vinyl-Records in Berlin (West). Hier allerdings unter dem Namen "Klaus Lenz Band - Aufbruch". Auch die Titelfolge wurde verändert: Seite1: Blow Out, Balkantanz, Requiem, 7:25, Wolfgang Fiedler (eingespielt mit Hannes Bauer (tb), Rainer Gäbler (sax), Christian Pittius (keyb) & Detlev Kessler (dr), Seite2: Aufbruch, Hallo Igor


Wiegenlied: Vinyl Records VS 001 Seite1: Tarantel, 05:17, Wolfgang Fiedler, Octopus, 09:24, Wolfgang Fiedler, Wiegenlied, 06:11, Wolfgang Fiedler, Seite2: La Fiesta, 07:30, Chick Corea, Bubblestone, 05:25, Kaspar Hausmann, The Old New Way, 05:25, Klaus Lenz, Say It To You Tomorrow, 04:08, Axel-Glenn Müller,

aufgenommen 1976 in bei Amiga, veröffentlicht 1977, Besetzung: Axel-Glenn Müller (as, ts fl, bcl), Axel Gothe ( bs, fl, perc), Klaus Lenz ( tp), Mathias Pflugbeil ( tp), Claus-Dieter Knispel ( tp), Siegnor Rothbart (flh), Bernd Swoboda (tb), Hannes Bauer (tb), Wolfgang Fiedler (keyb), Christian Pittius (keyb), Jürgen Kratzenberg (fender-b), Dieter Erhardt (dr), außerdem: Reiner Gäbler (as, ts, Titel 1/1, 1/2, 4/2), Detlev Kessler (dr, Titel 1/1 und 4/2), Wolfgang Schneider (dr, Titel 1/2), Jürgen Resnizcek (fender-b, Titel 1/1, 1/2, 4/2) 


Fusion: GeeBeeDee 08-2005: Seite1: Fusion, 6:40, Wolfgang Fiedler, Spring Song, 10:55, Wolfgang Fiedler, Equinox, 4:50, Zbiniew Namyslowski, Seite2: Reminiszenz an D.E., 7:05, Klaus Lenz, Stray Sheep, 5:45, Zbigniew Namyslowski, Don' t Run Around With The Ashtray, 7:50, Friedemann Graef, 1978

 


Sleppless Nights: GeeBeeDee GBD 80526 Seite1: Introduction, 4:50, Wolfgang Fiedler, Fairytale, 5:52, Johannes Rövenstrunk, Spikes, 6:59, Axel-Glenn Müller, Pink Punk, 4:51, Zbigniew Mamyslowski, Seite2:  Unit, 6:11, Klaus Lenz, Sleepless Nights, 7:10, Zbigniew Namyslowski, Back To Soul, 7:30, Klaus Lenz, 1980

  


Diskographie (Titel)

Bunte Bilder, 3:25, Fischer, Greensleeves, 2:42, Trad. auf LP "Das zündet -Tanzmusik für junge Leute", Amiga 855 133, 1968

Esperanto, 3:05, Sieghart Schubert auf LP "Hallo Nr. 5",  Amiga 855 335, 1972

War es nur der Mai, 3:45, Lenz / Kerber auf LP "Rhythmus '76",  Amiga 855 475, 1976

Delphie, Anders, Klaus Lenz Sextett, auf LP "Schlager Rendezvous", Amiga 850 143, 1968

Lafitte, Schikora / Lenz auf LP "Schlager frei Haus", 850 154,1968

Sysiphos, 7:22, Hermann Anders, Dancers, 6:18, Hermann Anders / Langston Hughes auf LP "Jazz Jambouree 74 Vol.1, Muza SXL 1180, 1974


Diskographie (CD)

Klaus Lenz Modern Soul Big Band 1977: Töne 04802 DT 64-Erkennungsmelodie, 0:23,  Tarantel, 1:29, Wolfgang Fiedler,  Hab nur ein Gesicht, 4:22, Branoner / Laartz, Liebeserklärung, 4:00, Branoner / Laartz,  Erinnerung an Jürgen H., 7:09, Gertz / Lakomy / Fiedler,  Octopus, 10:20, Wolfgang Fiedler,  Blues für L., 3:41, Demmler / Brüning,  Kann schon sein, 2:42, Branoner / Biege,  Seh in die Kerzen, 3:04, Krause / Trepte,  Der Tag steigt auf,  6:00, Kühne / Kratzenberg,  La Fiesta, 10:31, Chick Corea,  Blood Sweat & Tears-Medley, 17:54, 2001


Klaus Lenz und die Modern Jazz Big Band 65 - Die frühen Jahre: Sony / Amiga 88697070732 Ein Nachmittag in Berlin, 12:53, Klaus Lenz, Kleines Lied für Eric, 4:25, Klaus Lenz, Serenade Mysterioso, 4:03, Hubert Katzenbeier, Watermelonman, 6:58, Herbie Hancock, Peace, 9:53, Horace Silver, Night In Tunesia, 6:46, Dizzy Gillespie, The Preacher, 3:42, Horace Silver, Sister Salvation, 4:43, Slide Hampton, You Come A Long Way From St. Louis, 5:13, Trad., Blues-March, 8:02, Manfred Schulze, rec. live am 22.01.1965, Theater der Freundschaft Berlin, 1965, 2007


Klaus Lenz Modern Soul Big Band - Jazz- und Soul-Hits: Sony / Amiga 88697070742, Soul Five, 15:12, Conrad Bauer, Reverend Lee, 4:50, McDaniel, Seite2: Reminiszenz an D.E., 7:57, Klaus Lenz, Song Of An Impatiencer, 5:20, Nowodworski / Glenn-Müller, Fusion, 6:45, Klaus Lenz, Bonus: Satrapen, 10:28, Klaus Lenz, Down Goes The River, 4:17, Pablo Neruda / Klaus Lenz, Freedom Train, 6:30, Langston Hughes / Klaus Lenz,  Sisyphos, 7:30, Hermann Anders,  Dancers, 6:31, Langston Hughes / Hermann Anders, 2007

 


Klaus Lenz Big Band feat. Uschi Brüning & Hansi Klemm - Hi-De-Ho Tour Highlights 2010, Sechzehnzehn 0205802SZM, 2010: CD1: Afternoon In Berlin, 9:47, Klaus Lenz, A Little Tune For Eric, 4:09, Klaus Lenz, Peace, 7:40, Horace Silver, I Love The Life I Live, 3:59, Willie Dixon, Hansi Klemm (voc), Georgia, 4:01, Hoagy Charmichael, Hansi Klemm (voc), Serenade Mysterioso, 4:17, Hubert Katzenbeier, Higher, 3:19, Sylvester Stewart, Uschi Brüning (voc), Blues für L., 4:59, Uschi Brüning / Kurt Demmler, Uschi Brüning (voc), Night In Tunesia, 10:04, Dizzy Gillespie / Frank Paparelli, live aufgenommen am 31.03.2010, BABYLON, Berlin, CD2: The Preacher, 5:06, Horace Silver, Reverend Lee, 4:54, Eugene McDaniels, Uschi Brüning (voc), Rosetta, 2:44, William Henry Woode, Hansi Klemm (voc), God Bless The Child, 6:09, Arthur Herzog jr. / Billie Holiday, Uschi Brüning (voc), The Old New Way, 5:08, Klaus Lenz, Spinning Wheel, 3:54, David Clayton-Thomas, Hansi Klemm (voc), live aufgenommen am 31.03.2010, BABYLON, Berlin, Stormy Monday Blues, 4:48, T-Bone Walker, Uschi Brüning (voc), live am 26.03.2010 in der Chili Event Halle, Wurzen, La Fiesta, 10:12, Chick Corea, Hi-De-Ho, 5:39, Carol King / Gerry Goffin, Uschi Brüning & Hansi Klemm (voc), live am28.03.2010, Schlachthof, Dresden, Mischung und Mastering: Wolfgang Fiedler

Gerd Dehnel zum Konzert in der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 05.September 2010:

„Bei ihm haben Rock- und Popmusiker wie Reinhard Lakomy, Henning Protzmann, Horst Krüger erste Meriten errungen. In seinen Big Bands begannen internationale Jazz-Karrieren, etwa von Sängerin Uschi Brüning oder Schlagzeuger Günther „Baby“ Sommer. Klaus Lenz galt als unermüdlicher Antreiber seiner Musiker, aber auch als treffsicherer Entdecker und Förderer von Talenten. Bei ihm hat Manfred Krug erste Popularität als Sänger erlangt. Wer sich mit den frühen Tagen des DDR-Rock beschäftigt, kommt an Lenz nicht vorbei. Dabei hat der Trompeter Klaus Lenz im Modern Jazz seine musikalische Heimat, bei Dizzy Gillespie, nicht ei den Beatles. Doch als der DDR-Beat nach langem Ulbricht-Verbot Anfang der 1970er endlich aus den halblegalen Klubkellern herausdurfte, da bot Lenz Spielmöglichkeiten in einer professionell geführten Kapelle. In seinen Big Bands verwob er Jazz nach Art von Ray Charles und Chicago mit elektronischem Rock-Instrumentarium, Soul und Blues.

1977 endeten diese erfrischenden Jazz-Rock-Fusionen, zu deren Höhepunkten umjubelte, gemeinsame Tourneen mit der Modern Soul Band zählten. Lenz war die ständigen Querelen mit den staatlichen Kulturverwaltern leid. Nach Biermann-Ausbürgerung und Renft-Verbot reiste er in die Bundesrepublik aus. An die alten Erfolge anknüpfen konnte er dort nicht. Der Hunger nach energiegeladener Bühnenshow wurde in Westdeutschland von vielen anderen gestillt. Klaus Lenz schulte um, restaurierte Fachwerkhäuser, stellte die Trompete 1980 in die Ecke.

So darf die Entstehung dieser CD als kleines Wunder gelten. Zu danke ist es Bernd Ganßauge, einem frühen Lenz-Fan aus Wurzen im Landkreis Leipzig. Der behelligte den Musiker so lange mit der Idee, zu seinem 70. Geburtstag noch einmal eine Tournee zu organisieren, bis der nach langem Ablehnen endlich „Ja“ sagte, 1000 Seiten Noten schrieb und Musiker zusammenholte. Einstige Weggefährten wie Uschi Brüning und Hansi Klemm, neue junge Talente wie Tobias Backhaus mit seinem hochvariablen Schlagzeugspiel. Nach drei Jahrzehnten Spielpause hat sich Klaus Lenz als Trompeter klugerweise zurückgehalten, aufs Mitspielen und Dirigieren beschränkt, die Soli anderen überlassen. Der hörbar überbordenden Freude am gemeinsamen Spiel hat das keinerlei Abbruch getan. Die Klaus Lenz Big Band anno 2010 schlägt den Bogen weit zurück, als sich Jazz und Rock in den frühen 1970ern gegenseitig befeuerten. Gleich das Eröffnungsstück „Afternoon in Berlin“ (Ein Nachmittag in Berlin auf Klaus Lenz Modern Jazz Big Band 65, Amiga 850 054, ostbeat), eine Lenz-Komposition von 1963, legt das musikalische Arsenal offen, das in fast zwei Stunden zum Einsatz kommen wird. Die Band swingt in vollendeter Lässigkeit daher, der Däne Jens Winther setzt ein berauschendes Trompeten-Solo darauf, das von Gitarrist Jarek Smietana variiert wird. Mit dem hat Lenz vor bald vier Jahrzehnten schon bei der legendären Warschauer Jazz-Jamboree kollaboriert. Willie Dixons „I Love The Life I Live“ verleiht Sänger Hansi Klemm mit seinem rauen Soul-Rock-Timbre das Gefühl von übermütigen Frohlocken. Die geballte Bläserkraft verstärkt es. Der Klassiker „Georgia“ wird von Klemm (auch der hat lange pausiert) vollständig beherrscht, das Orchester hält sich zurück, untermalt seine Stimme nur verhalten. Die Lenz-Entdeckung Uschi Brüning zeigt mit „Higher“ ihre unnachahmliche Gestaltungsfähigkeit, weil sie selbst in den hohen Lagen Kraft und Klarheit behält. Gerade zum Kabinettstück wird „Night In Tunesia“ von Bebop-Großmeister Dizzy Gillespie. Saxophonist Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky, Trompeter Jens Winther und Posaunist Conny Bauer spielen sich die Motive zu, verändern sie ringen um ihre Vorherrschaft. Die am Ende Bauer für sich beanspruchen darf mit nie gehörten Posaunentönen in tiefen Lagen, als verstärke das Instrument ein tiefes Grummeln aus seiner Kehle. Auf lustvolle Weise geht er kreuz und quer durch Soul-, Blues- und Jazzgefilde. Smietana spielt in der Lenz-Komposition „The Old New Way“ eine elegische Gitarre im 11/8-Takt. Die Brüning dehnt die Vokale leidenschaftlich in „Reverend Lee“. „The Preacher“ pendelt zwischen lockerem Schleichen und kühnen Bläser-Ausbrüchen. Spätestens nach dem finalen „Hi-De-Ho“ möchte man sich verneigen vor so verspielter Kreativität, Leidenschaft und instrumentalem Können.“            


CD (Titel)

Glückliches Mädchen, 2:55, Klaus Richter, Grashalme, 3:20, Ulrich Gumpert auf CD "Amiga A Go-Go", Amiga 74321 756742, 1969 / 2000

Lass mir diese Nacht, 5:20, Lenz / Branoner  auf CD "BeatKiste Nr. 5", Buschfunk 01329-2 1975 / 1996

Seh in die Kerzen, 2:55, Joachim Krause / Stefan Trepte, 1977, Das Konzert bei euch begann, 5:15,  Wolfgang Fiedler / Clemens Kerber auf CD "BeatKiste Nr. 6", Buschfunk 01330-2 1976 / 1996


DVD

Klaus Lenz - it's real jazz, mig-film, 2010, laufzeit 35 min