Diestelmann war ein vielfältig talentierter Mann. So war er als Sänger, Gitarrist, Komponist, Mundharmonikaspieler, Textautor und sogar als Filmproduzent tätig.
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Stefan Diestelmann (1949, München – †2007, Bayern) war einer der bekanntesten Bluesmusiker der DDR. Er war ein vielseitig begabter Künstler – Sänger, Gitarrist, Komponist, Mundharmonikaspieler, Textautor und sogar Filmproduzent. Von 1961 bis 1984 lebte und arbeitete er in der DDR.
Schon früh entdeckte Diestelmann seine Leidenschaft für den Blues. Seine musikalischen Fähigkeiten brachte er sich selbst bei.
Nach dem Umzug mit seinen Eltern 1961 in die DDR begann er im Alter von zwölf Jahren Gitarre zu spielen, Schallplatten zu sammeln und sich intensiv mit afroamerikanischen Blueskünstlern zu beschäftigen.
Nach Stationen in verschiedenen Amateurbands gründete er 1977 seine eigene Formation:
Die Band war in der Blues-Szene der DDR äußerst populär, unterschied sich jedoch stilistisch deutlich vom klassischen afroamerikanischen Blues.
Diestelmanns Texte und seine enge Bindung zum Publikum sorgten für Misstrauen bei den Behörden. Mehrere Bezirke verhängten Auftrittsverbote. 1967 erhielt er sogar eine Bewährungsstrafe – der Vorwurf: Staatsverleumdung und geplante Republikflucht.
Trotzdem stand er weiterhin auf DDR-Bühnen. Ein Höhepunkt war das Konzert mit Memphis Slim im Mai 1978 im Palast der Republik. Im selben Jahr erschien seine erste Langspielplatte bei Amiga. Außerdem wirkte er in DDR-Fernsehfilmen wie Der Mann aus Colorado 2 und Sing, Cowboy, sing mit.
1984 durfte Diestelmann erstmals in der Bundesrepublik auftreten – und nutzte die Gelegenheit, um die DDR zu verlassen. Er ließ sich am Ammersee in Bayern nieder.
Wie vielen DDR-Stars gelang es ihm nicht, im Westen an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen. Mitte der 1990er-Jahre beendete er seine Musikkarriere und gründete das Unternehmen Diestelfilm, das Dokumentar- und Präsentationsfilme produzierte.
In den folgenden Jahren zog er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und starb 2007 ohne größere mediale Aufmerksamkeit.