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ERNST-LUDWIG PETROWSKY


Ernst-Ludwig Petrowsky, geboren am 10.12. 1933 in Güstrow, gilt als einer der „Urväter“ des Jazz in der DDR. Als Autodidakt spielt er Saxophon, Flöte, arbeitet als Komponist und Arrangeur. Luten Petrowsky war Gründungsmitglied des Manfred Ludwig-Sextetts. Hier spielte er mit Joachim Kühn, Dorothy Ellison und Ruth Hohmann. 1971 gründete er mit Ulrich Gumpert die Jazz-Rock-Band SOK und gehörte 1973 zu den Gründern der Gruppe Synopsis.

Die DDR-Musikzeitschrift "Melodie und Rhythmus" schrieb im Heft 6 des Jahres 1973 unter der Überschrift "Luten, so oder so - übersehen kann man ihn nicht" : "Für seine musische Erziehung "initiierten" die Eltern einen Geigenunterricht, der sechs Jahre lang dauerte und von einer "gruftartigen Gouvernante" abgehalten wurde. Irgendwo so um 1956 herum, unternahm er den Versuch, sich in Weimar als Musikpädagoge ausbilden zu lassen. Kurz danach finden wir ihn in Görlitz, wo er zusammen mit Manfred Schulze das "Manfred Schulze-Sextett" gründet. Es wäre müßig, weitere Stationen hier zu nennen, aber noch seine internationalen Auftritte bei den Jazzfestivals in Montreux, Warschau und im letzten  Jahr in Prag, wo er, gemeinsam mit Klaus Koch, in der von Slide Hamption zusammengestellten Interjazzband mitwirkte. Zahlreiche Kompositionen, Konzerte und eine ausgezeichnete LP "Jazz Ensemble Studio 4" sind einige Belege für seine Produktivität".

Foto: Melodie & Rhythmus 6/1973

Die gleiche Zeitschrift schrieb schon im Heft 11 des gleichen Jahres: "Ein Jubiläum eigener Art konnte der Berliner Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky im September feiern: das 60. Konzert von "Jazz in der Kammer" sah ihn gleichzeitig zum 15. Mal als Mitwirkenden dieser über die Grenzen Berlins hinaus beliebten Reihe. Begonnen hat es mit der Nr.9 im Dezember 1966, damals stellte Petrowsky ein Quintett vor, dem von der heutigen Besetzung seiner ständigen Gruppe bereits der Trompeter Heinz Becker und der Schlagzeuger Wolfgang Winkler angehörten; es setzte sich fort mit dem ersten Berliner Auftritt des "Jazz Ensemble Studio 4" (Nr.15 im Februar 1968), dann wurde die Abfolge seiner Auftritte in der "Kammer" dichter: Petrowsky, inzwischen festes Mitglied der Gollasch Big Band, stellte eigene Gruppen vor, wirkte in anderen mit (Modern Soul, Studio Tentett u.a.). Wesentlich wurde seine Beteiligung an den Werkstatt-Abenden der "Kammer" wie an den Sessions in der "Melodie"..." Später spielte Luten in den Gumpert Workshop Bands und ist seit 1984 Mitglied im Zentralquartett. Seit 1983 spielt er zusammen mit der Jazz-Sängerin Uschi Brüning. 1997 wurde Petrowsky mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Er ist einer der bedeutendsten deutschen Musiker des Modern Jazz.


. Amiga (LP)

Ensemble Studio 4, Amiga 855 187, 1969: Seite1: Umschau, 5:41, Eberhard Weise, rec. 16.04.1969, Berlin,  Ballade für ein Mädchen, 7:24, Eberhard Weise, rec. 16.04.1969, Berlin, Kein Klagelied, 7:33, Ernst-Ludwig Petrowsky, rec. 15.04.1969, Berlin, Seite2: Nur als Gast?, 5:22, Eberhard Weise, rec. 16.04.1969, Berlin, Tagesträume, 7:59, Ernst-Ludwig Petrowsky, rec. 07.05.1969, Berlin, Das schönste Mädchen der Welt, 7:19, Günter Geißler, rec. 16.04.1969, Berlin, Ensemble Studio 4: Ernst-Ludwig Petrowsky (ld, as), Hans-Joachim Graswurm (tp, flh), Hubert Katzenbeißer (tb), Eberhard Weise (p), Klaus Koch (b), Wolfgang Winkler (dr), Musikregie: Jürgen Fromm, Tonregie: Gerhard Siebholz, Cover: Misersky, Foto: Tassilo Leher


Ernst-Ludwig Petrowsky, Amiga 855 621, 1978: Seite1: Aus "Eine Improvisation", 1:55, Petrowsky, rec. Live am 10.04. 1977, Volksbühne Berlin, Ernst-Ludwig Petrowsky (as), Klaus Koch (b) & Rundfunk-Jazzensemble Studio 4: Joachim Graswurm (flh), Hubert Katzenbeier (tb), Eberhard Weise (p), Wolfgang Winkler (dr),  Aus "Hagener Schleife", 2:50, Hans Rempel, rec. Live 20.03. 1976, Freiberg, Petrowsky-Sextett: Ernst-Ludwig Petrowsky (as), Jochen Gleichmann (tp), Helmut Forsthoff (ts), Hans Rempel (p), Klaus Koch (b), Günter Sommer (dr, perc), Aus "Hundert Maaßgelinzerte", 2:40, Petrowsky, rec. Live 19.11. 1977, Kammerspiele Berlin, Jazz in der Kammer Nr. 100, Ernst-Ludwig Petrowsky (ss), Kent Carter (b), Ulrich Gumpert (v-tb), Günter Sommer (dr, perc),  Stück für zwei Hölzer, 5:20, Petrowsky / Klaus Koch / Günter Sommer, rec. Live 28.06. 1974, Berlin, Kulturhaus Damenmoden, Petrowsky-Trio: Ernst-Ludwig Petrowsky (rumänische Hirtenflöte, as), Klaus Koch (b), Günter Sommer (dr, perc), Ladegäste, 4:30, Hans-Günther Wauer / Ernst-Ludwig Petrowsky / Klaus Koch / Günter Sommer, rec. Live 27.09. 1977, Dom zu Merseburg, Jazz und Orgel, Hans-Günther Wauer (Ladegast-Orgel), Petrowsky-Trio: Ernst-Ludwig Petrowsky (ss), Klaus Koch (b), Günter Sommer (dr, perc),  Dreiklang, 5:15, Hans-Günther Wauer / Ernst-Ludwig Petrowsky / Klaus Koch / Günter Sommer, rec. Live 28.06. 1974, Berlin, Kulturhaus Damenmoden, Petrowsky-Trio: Ernst-Ludwig Petrowsky (rumänische Hirtenflöte, as), Klaus Koch (b), Günter Sommer (dr, perc), Seite2: Wandertag in Freiberg, 23:20, Petrowsky / Klaus Koch / Günter Sommer, rec. Live 19.03. 1976, Freiberg, Freiberger Jazztage, Petrowsky-Trio: Ernst-Ludwig Petrowsky (ts, as), Klaus Koch (b), Günter Sommer (dr, perc), Cover: Ehbets, Fotos: Otto Sill / Barbara Köppe


Kontraste – Uschi Brüning / Ernst Ludwig Petrowsky, Amiga 856 261, April 1988: Seite1: Kontraste, 6:42, Ernst-Ludwig Petrowsky, Bandblatt, 2:56, Ernst-Ludwig Petrowsky, Recycling (Rue Sthrau/8-7-5-8), 3:45, Ernst-Ludwig Petrowsky, Das Ding, 4:03, Ernst-Ludwig Petrowsky, Die Stille um einen Punkt, 1:38, Uschi Brüning, Duellarando, 3:03, Eberhard Weise, Seite2: Skizzen, 5:25, Ernst-Ludwig Petrowsky, Fast 9 Uhr Saal IV, 1:46, Ernst-Ludwig Petrowsky, Blues für Carmell, 2:25, Ernst-Ludwig Petrowsky, Big Foot Ham, 3:40, Jelly Roll Morton, Lonely Woman, 2:34, Ornette Coleman / Margo Guryan, Sax-Shop, 4:48, Ernst-Ludwig Petrowsky,

rec. 18.-24.11. 1987, AMIGA-Studio Berlin, eingespielt von Uschi Brüning (voc), Ernst-Ludwig Petrowsky (fl, cl, sopranino, as, bars, voc), Noise Background unter Verwendung der Litera-LP „Hörspielgeräusche I und II“, Brigitte, Uschi, Ernst-Ludwig, Gerd, Joachim, Produktion: Jürgen Lahrtz, Musik-und Tonregie: Siegbert Schneider, Cover: Dieter Trautmann, Norbert Hirmer, Fotos: Uli Pschewoschny